
Themen & Projekte
Der weltweit steigende Bedarf an elektrischer Energie, die Endlichkeit der fossilen Primärressourcen und die Risiken des Klimawandels erfordern einen drastischen Wandel unseres elektrischen Energiesystems.
Die Energietechnik beschäftigt sich mit der Erzeugung, Übertragung, Verteilung und Nutzung von elektrischer Energie. In diesem Bereich arbeitet das Department Energie- und Verfahrenstechnik an Antworten auf folgende Forschungsfragen:
Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Ressourcen
Das System der Stromerzeugung, das bisher hierarchisch von Grundlast- zu Spitzenlastkraftwerken auf Basis fossiler Primärenergieträger organisiert war und dem variablen Lastbedarf folgte, sich zu einem System wandeln, das hauptsächlich auf Wind- und Photovoltaik-Energie basiert und die volatile Erzeugung und die variable Last koordinieren muss. Zur Bewältigung dieser neuen Aufgaben müssen Systeme für kurz-, mittel- und langfristige Speicherfähigkeit entwickelt und hinsichtlich Steuerung und Betrieb optimiert werden. Darüber hinaus helfen Demand Side und Supply Side Management.
Von Großkraftwerken zu dezentraler Stromerzeugung
Das gesamte elektrische Energiesystem, das bisher auf großen zentralen Kraftwerken mit hoher Leistungsdichte und auf einer Top-Down-Struktur der Stromnetze basierte, muss sich ändern. Ein dezentrales System, bestehend aus kleinen Erzeugungsanlagen, die als verteilte Systeme oder als virtuelles Kraftwerk agieren, muss den Bedarf in den Lastzentren sowie in ländlichen Gebieten mit geringer Nachfragedichte decken. Die dezentralen Erzeugungseinheiten müssen in Zukunft auch Netzdienstleistungen wie Frequenz- und Spannungsregelung erbringen, die bisher von großen thermischen Kraftwerken erbracht wurden. Die Optimierung eines solchen verteilten Systems erfordert neben der Netzinfrastruktur auch ein ausgeklügeltes Kommunikationssystem.
Umstrukturierung elektrischer Übertragungs- und Verteilungssysteme
Durch die Erzeugung aus erneuerbaren Energien fernab der Lastzentren, z.B. Offshore-Windkraft, werden neue hohe Stromübertragungskapazitäten benötigt. Für die Entwicklung von unterirdischen Übertragungssystemen für höchste Wechsel- und Gleichspannungen stellen sich Fragen nach der Spannungsfestigkeit, der Langzeitstabilität von Isoliermaterialien und der Isolationskoordination. Neben der Herausforderung der Massenstromübertragung über große Entfernungen muss auch der lokale Blindleistungsbedarf berücksichtigt werden, der heute durch konventionelle Wärmekraftwerke gedeckt wird.
Für neue Lastflussszenarien braucht es erweiterte elektrische Übertragungs- und Verteilungsnetze. Es gibt keine reinen Erzeugungs- oder Verbrauchsnetze mehr, Verbraucher:innen wandeln sich zu Prosumer:innen, die produzieren und konsumieren. Neue Anwendungen wie Elektrofahrzeuge, die als passive (Last) und aktive (Speicherung, Bereitstellung von Netzdiensten) Elemente fungieren, beeinflussen das System. Dies verändert die klassische Verteilungsstruktur und ermöglicht den Markteintritt einer großen Anzahl von Erzeugern und Verbrauchern. Hierfür müssen neue Marktmodelle entwickelt werden (Smart Market).
Forschungsaktivitäten
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