Aktuelle Forschungsthemen der Professur für Hochspannungs- und Anlagentechnik
Hybride Isolationskonzepte mit umweltfreundlichen Isoliergasen

In bestehenden gasisolierten Schaltanlagen ist Schwefelhexafluorid das vorherrschende Isoliergas. In absehbarer Zukunft soll dieses starke Treibhausgas jedoch durch eine umweltfreundliche Alternative, wie beispielsweise synthetische Luft, ersetzt werden. Für die Optimierung des Isolationsvermögens luftisolierter Schaltanlagen stellen hybride Isolationskonzepte durch Beschichtung mit dielektrischen Feststoffen unterschiedlicher Beschichtungsdicken einen vielversprechenden Ansatz dar. Ansatzpunkte sind hierbei Untersuchungen zur kapazitiven Steuerung des elektrischen Feldes sowie Einflüsse diverser Oberflächenbeschaffenheiten. Grundlegende Untersuchungen zu Feststoffmaterialien und -eigenschaften sowie Entladungsmechanismen in synthetischer Luft sind Gegenstand dieses Forschungsprojekts. Im Rahmen dieser Tätigkeiten wird das Einsatzpotential für gasisolierte Schaltanlagen der Höchstspannungsebene bis 420 kV bewertet.
Ansprechpartner für weitere Informationen: Patrick Gambeck M.Sc.
Elektrothermische Charakterisierung von Isolationssystemen für HVDC Kabelmuffen
Durch die voranschreitende Energiewende und den stetig steigenden Bedarf an elektrischer Energie gewinnen Hochspannungsgleichspannungs-Übertragungssysteme (HVDC) zunehmend an Bedeutung. Die oft als Erdkabel ausgeführten Stromtrassen müssen aus konstruktiven Gründen im Abstand von wenigen Kilometern mittels Kabelmuffen verbunden werden. Alleine aufgrund der großen Anzahl an Kabelmuffen stellen diese einen sensiblen Teil der HVDC Übertragung dar. Deshalb ist eine elektrothermische Charakterisierung und Optimierung des Isolationssystems von HVDC Kabelmuffen von besonderem Interesse. Grundlegende Untersuchungen an verschiedenen Isolierstoffen (Elastomere, Duroplasten und Thermoplasten) wie Sensitivitätsanalysen oder Vermessung der Materialeigenschaften stellen einen Großteil des Forschungsgebietes dar. Eine Verifikation der experimentell erhobenen Ergebnisse mittels eines Simulations-tools erfolgt im Rahmen eines Partnerprojektes.
Ansprechpartner für weitere Informationen: Thomas Lübeck, M.Sc.